Impressum:
Fachschaft Jura der Universität Trier
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Büro: Raum C09
Im Semester:
Mo: 12-13h
Öffentliche
Sitzung 13-14h
Di-Fr: 13-14h
In den Ferien:
Nur Mi 13-14h
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Die Fachspezifische Fremdsprachenausbildung
1. Einleitung
Die Fachspezifische Fremdsprachen Ausbildung (FFA) ist
ein besonderes Angebot für Jura-Studenten an der Uni Trier. Auf ihrer Homepage
beschreibt sich die FFA wie folgt:
“Die Ausbildung ergänzt das Studium im Hinblick auf die fortschreitende
Internationalisierung der Rechtsverhältnisse im privaten wie im wirtschaftlichen
Bereich. Sie qualifiziert insofern für den zunehmenden Kreis von juristischen
Tätigkeiten mit Auslandsberührung sowie für Berufsaufgaben im
Ausland oder bei internationalen Institutionen.”
Die FFA ist zweistufig aufgebaut, im ersten Jahr bekommt man eine umfassenden
Einführung in das Rechtssystem, lernt juristische Arbeitstechniken sowie
Fachsprache und Rechtsterminologie. Die geschieht in kleineren Übungen,
für welche Klausuren und, je nach Sprache, Hausarbeiten, Referate geschrieben
werden müssen.
Dagegen finden im zweiten Jahr nur Vorlesungen statt. Diese konzentrieren sich
auf Themen zu “wesentlichen Rechtsgebieten des Wahllandes unter Berücksichtigung
ihrer Relevanz für eine spätere berufliche Verwendung.” Dies
sind meist verschiedene zivilrechtliche Gebiete wie Vertrags-, Delikts- und
Wirtschaftsrecht, aber auch Verfassungs- und Verwaltungsrecht.
Viele Studenten kommen wegen der FFA nach Trier. Unter
den Erstis herrscht eine regelrechte FFA-Euphorie - bereits bevor die FFA angefangen
hat planen manche Studenten ihre zweite FFA. Dies hängt vor allem mit dem
unermüdlichen Einsatz von Frau Dr. Goergen zusammen, die die FFA exzellent
nach außen präsentiert. Die FFA zieht viele Leute an, die sich nicht
vor einer gewissen Mehrarbeit scheuen. Das hat den Vorteil, dass hier viele
gute und vor allem hochmotivierte Leute aus vielen Ecken Deutschlands studieren
wollen.
Jedoch macht sich bei vielen nach einer gewissen Zeit Ernüchterung breit.
“So toll wie die FFA sich darstellt ist sie nicht,” hört man
öfters.
Da das FFA - Selbstportrait naturgemäß einseitig positiv ist, wollen
wir im folgenden die Vor- und Nachteile der FFA kritisch beleuchten. Auf diese
Weise wollen wir euch ein paar Denkanstöße zur Verfügung stellen,
um Euch bei der Entscheidung für oder gegen eine FFA zu helfen.
2. Nachteile
Zum einen erfordert die FFA einen immensen Arbeitsaufwand.
Zwar klingen 4 Semesterwochenstunden akzeptabel, aber durch Nachbereitung, Hausarbeiten,
Referate und Klausurvorbereitung geht wesentlich mehr Zeit verloren. Manchmal
kann es daher dazu kommen, dass man das deutsche Recht zeitweise mehr oder weniger
freiwillig vernachlässigt. Gerade in den unteren Semestern wäre es
aber wichtiger, die Grundlagen des deutschen Rechts intensiv und gut zu lernen,
um später auf dieses Fundament aufbauen zu können. Aus der Erfahrung
kann man sagen, dass die FFA meist zu Lasten des „normalen“ Studiums
geht.
Man sollte sich stets bewusst machen, dass man Jura mit FFA studiert und nicht
umgekehrt. Die FFA ist eine Zusatzqualifikation, nicht mehr und nicht weniger.
Ohne ordentliche Kenntnisse des deutschen Rechts ist sie wertlos. Außerdem
wird niemand wegen einer FFA eingestellt, vielmehr entscheidend sind die Noten
im Staatsexamen.
Auch für einen Auslandsaufenthalt ist die FFA völlig unbeachtlich
– entscheidend sind lediglich die Noten der kleinen Scheine.
Hinzu kommt die unregelmäßige Arbeitsbelastung bei der FFA. Einige
Veranstaltungen, werden in Blöcken angeboten. Das bedeutet, dass man in
manchen Wochen zusätzlich zu den normalen Vorlesungen 14 Stunden pro Woche
mehr hat. Dass dann kaum Zeit für anderes bleibt, liegt auf der Hand. Besonders
vor Klausuren führt dies ärgerlichem Stress.
Auch die Organisation ist nicht immer perfekt – so wurden Skripte zu spät
gedruckt, Abgabe- und Veranstaltungstermine mehrmals verschoben.
Ärgerlich ist auch, dass viele Klausuren nur einmal im Jahr gestellt werden.
Zwar sind die Durchfallquoten meist gering, aber wer dennoch durchfällt
oder krank ist, muss ein Jahr lang warten bis er weiter machen kann.
Es fällt ferner auf, dass Anspruch bzw. Selbstdarstellung und Wirklichkeit
mehr oder weniger auseinander klaffen. Aus diesem Grund hören bereits im
1. Semester einige Studenten wieder mit der FFA auf, weil sie etwas anderes
erwartet haben.
Letztlich ist auch der geringe Bekanntheitsgrad der FFA anzusprechen. Viele
Arbeitgeber kennen die FFA nicht und können nichts mit ihr anfangen; allerdings
steigt die Bekanntheit der FFA.
3. Vorteile
Kommen wir zu den Vorteilen. Positiv ist besonders zu
bemerken, dass die FFA einen wichtigen Einblick in das Rechtssystem eines anderen
Landes vermittelt und eine gute Grundlage für vertiefte Betrachtung schafft.
Auch sprachlich gesehen kann die FFA punkten. Weil die Dozenten ausschließlich
Muttersprachler sind, wird das Hörverständnis verbessert. Durch den
ständige Umgang mit der fremden Sprache bleibt man in der Sprache „drin“.
Dabei kommen die Dozenten oft nur für die FFA-Veranstaltungen nach Trier.
Daher ist es verständlich, warum Vorlesungen in Blockveranstaltungen abgehalten
werden müssen.
Ferner bietet die FFA eine gute Möglichkeit, über den Tellerrand des
Jurastudiums zu blicken und den eigenen Horizont zu erweitern. Gerade im zweiten
Jahr lernt man viele und meist sehr interessante Rechtsgebiete kennen, was sicher
auch mit der hohen Qualifikation der Dozenten zusammenhängt. Durch die
Kenntnis ausländischen Rechts erhält man auch eine verbesserte Sichtweise
auf das deutsche Recht.
Daneben hat die FFA eine weiteren positiven Einfluss auf das normale Studium:
Normalerweise ist der Freischuss (ein Versuch, das Staatsexamen zu bestehen,
der bei einem Misserfolg nicht gewertet wird) nach dem 8. Semester fällig,
durch eine abgeschlossene FFA bekommt man einen Bonus von einem Semester. (Gleiches
gilt übrigens auch für ein Jahr Mitarbeit in der Fachschaft!)
Auch wenn die FFA nicht allzu bekannt ist, sind die meisten Personen recht begeistert,
wenn man ihnen Sinn und Inhalt erklärt. Auf jeden Fall sehen potentielle
Arbeitgeber oder Praktikastellen die FFA als Zusatzqualifikation und als Beleg
für persönliches Engagement über ein Schmalspurstudium hinaus.
Bei ansonsten gleicher Qualifikation kann dies durchaus den Ausschlag geben.
Hinzu kommt eine „Praktikumsbörse“ von Unternehmen und Kanzleien,
die sich speziell an FFA - Absolventen wendet.
Für den Studienanfänger besteht zudem der Vorteil, dass die Ausbildung
im ersten Jahr in kleineren Gruppen erfolgt. Dadurch lernt man schnell Kommilitonen
kennen und kommt sich gerade am Anfang unter ca. 400 anderen Studenten nicht
so alleine vor.
Letztendlich besteht die Möglichkeit, später noch einen internationalen
Titel wie den LLM oder die Maîtrise im Ausland zu erwerben. Die in Trier
erbrachten Leistungen werden dabei teilweise angerechnet. Diese Kooperation
mit den Partner-Unis läuft zum Teil schon und soll in den nächsten
Jahren noch ausgebaut werden.
4. Fazit
Wie ihr seht, hat die FFA sowohl zahlreiche Nach- wie
auch Vorteile. Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob die
FFA ihm die Mehrarbeit wert ist. Für Leute, die keine Probleme haben, etwas
mehr zu tun, kann die FFA sicherlich nicht schaden.
Wir hoffen, dass wir es mit diesem Artikel geschafft haben, möglichst objektiv
beide Seiten darzustellen und Euch eine gute Basis für eine Abwägung
zur Verfügung zu präsentieren.
Natürlich sind wir gerne bereit, weitere Fragen zu beantworten. Ihr wisst
ja: Montags bis Donnerstags zwischen 13 und 14
Uhr sind wir in C 09 für Euch da.
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