Studium - FFA

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Mo: 12-13h
Öffentliche
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Di-Fr: 13-14h

In den Ferien:

Nur Mi 13-14h

Die Fachspezifische Fremdsprachenausbildung

 

1. Einleitung

Die Fachspezifische Fremdsprachen Ausbildung (FFA) ist ein besonderes Angebot für Jura-Studenten an der Uni Trier. Auf ihrer Homepage beschreibt sich die FFA wie folgt:
“Die Ausbildung ergänzt das Studium im Hinblick auf die fortschreitende Internationalisierung der Rechtsverhältnisse im privaten wie im wirtschaftlichen Bereich. Sie qualifiziert insofern für den zunehmenden Kreis von juristischen Tätigkeiten mit Auslandsberührung sowie für Berufsaufgaben im Ausland oder bei internationalen Institutionen.”
Die FFA ist zweistufig aufgebaut, im ersten Jahr bekommt man eine umfassenden Einführung in das Rechtssystem, lernt juristische Arbeitstechniken sowie Fachsprache und Rechtsterminologie. Die geschieht in kleineren Übungen, für welche Klausuren und, je nach Sprache, Hausarbeiten, Referate geschrieben werden müssen.
Dagegen finden im zweiten Jahr nur Vorlesungen statt. Diese konzentrieren sich auf Themen zu “wesentlichen Rechtsgebieten des Wahllandes unter Berücksichtigung ihrer Relevanz für eine spätere berufliche Verwendung.” Dies sind meist verschiedene zivilrechtliche Gebiete wie Vertrags-, Delikts- und Wirtschaftsrecht, aber auch Verfassungs- und Verwaltungsrecht.

Viele Studenten kommen wegen der FFA nach Trier. Unter den Erstis herrscht eine regelrechte FFA-Euphorie - bereits bevor die FFA angefangen hat planen manche Studenten ihre zweite FFA. Dies hängt vor allem mit dem unermüdlichen Einsatz von Frau Dr. Goergen zusammen, die die FFA exzellent nach außen präsentiert. Die FFA zieht viele Leute an, die sich nicht vor einer gewissen Mehrarbeit scheuen. Das hat den Vorteil, dass hier viele gute und vor allem hochmotivierte Leute aus vielen Ecken Deutschlands studieren wollen.
Jedoch macht sich bei vielen nach einer gewissen Zeit Ernüchterung breit. “So toll wie die FFA sich darstellt ist sie nicht,” hört man öfters.
Da das FFA - Selbstportrait naturgemäß einseitig positiv ist, wollen wir im folgenden die Vor- und Nachteile der FFA kritisch beleuchten. Auf diese Weise wollen wir euch ein paar Denkanstöße zur Verfügung stellen, um Euch bei der Entscheidung für oder gegen eine FFA zu helfen.

 

2. Nachteile

Zum einen erfordert die FFA einen immensen Arbeitsaufwand. Zwar klingen 4 Semesterwochenstunden akzeptabel, aber durch Nachbereitung, Hausarbeiten, Referate und Klausurvorbereitung geht wesentlich mehr Zeit verloren. Manchmal kann es daher dazu kommen, dass man das deutsche Recht zeitweise mehr oder weniger freiwillig vernachlässigt. Gerade in den unteren Semestern wäre es aber wichtiger, die Grundlagen des deutschen Rechts intensiv und gut zu lernen, um später auf dieses Fundament aufbauen zu können. Aus der Erfahrung kann man sagen, dass die FFA meist zu Lasten des „normalen“ Studiums geht.
Man sollte sich stets bewusst machen, dass man Jura mit FFA studiert und nicht umgekehrt. Die FFA ist eine Zusatzqualifikation, nicht mehr und nicht weniger. Ohne ordentliche Kenntnisse des deutschen Rechts ist sie wertlos. Außerdem wird niemand wegen einer FFA eingestellt, vielmehr entscheidend sind die Noten im Staatsexamen.
Auch für einen Auslandsaufenthalt ist die FFA völlig unbeachtlich – entscheidend sind lediglich die Noten der kleinen Scheine.
Hinzu kommt die unregelmäßige Arbeitsbelastung bei der FFA. Einige Veranstaltungen, werden in Blöcken angeboten. Das bedeutet, dass man in manchen Wochen zusätzlich zu den normalen Vorlesungen 14 Stunden pro Woche mehr hat. Dass dann kaum Zeit für anderes bleibt, liegt auf der Hand. Besonders vor Klausuren führt dies ärgerlichem Stress.
Auch die Organisation ist nicht immer perfekt – so wurden Skripte zu spät gedruckt, Abgabe- und Veranstaltungstermine mehrmals verschoben.
Ärgerlich ist auch, dass viele Klausuren nur einmal im Jahr gestellt werden. Zwar sind die Durchfallquoten meist gering, aber wer dennoch durchfällt oder krank ist, muss ein Jahr lang warten bis er weiter machen kann.
Es fällt ferner auf, dass Anspruch bzw. Selbstdarstellung und Wirklichkeit mehr oder weniger auseinander klaffen. Aus diesem Grund hören bereits im 1. Semester einige Studenten wieder mit der FFA auf, weil sie etwas anderes erwartet haben.
Letztlich ist auch der geringe Bekanntheitsgrad der FFA anzusprechen. Viele Arbeitgeber kennen die FFA nicht und können nichts mit ihr anfangen; allerdings steigt die Bekanntheit der FFA.

 

3. Vorteile

Kommen wir zu den Vorteilen. Positiv ist besonders zu bemerken, dass die FFA einen wichtigen Einblick in das Rechtssystem eines anderen Landes vermittelt und eine gute Grundlage für vertiefte Betrachtung schafft.
Auch sprachlich gesehen kann die FFA punkten. Weil die Dozenten ausschließlich Muttersprachler sind, wird das Hörverständnis verbessert. Durch den ständige Umgang mit der fremden Sprache bleibt man in der Sprache „drin“.
Dabei kommen die Dozenten oft nur für die FFA-Veranstaltungen nach Trier. Daher ist es verständlich, warum Vorlesungen in Blockveranstaltungen abgehalten werden müssen.
Ferner bietet die FFA eine gute Möglichkeit, über den Tellerrand des Jurastudiums zu blicken und den eigenen Horizont zu erweitern. Gerade im zweiten Jahr lernt man viele und meist sehr interessante Rechtsgebiete kennen, was sicher auch mit der hohen Qualifikation der Dozenten zusammenhängt. Durch die Kenntnis ausländischen Rechts erhält man auch eine verbesserte Sichtweise auf das deutsche Recht.
Daneben hat die FFA eine weiteren positiven Einfluss auf das normale Studium: Normalerweise ist der Freischuss (ein Versuch, das Staatsexamen zu bestehen, der bei einem Misserfolg nicht gewertet wird) nach dem 8. Semester fällig, durch eine abgeschlossene FFA bekommt man einen Bonus von einem Semester. (Gleiches gilt übrigens auch für ein Jahr Mitarbeit in der Fachschaft!)
Auch wenn die FFA nicht allzu bekannt ist, sind die meisten Personen recht begeistert, wenn man ihnen Sinn und Inhalt erklärt. Auf jeden Fall sehen potentielle Arbeitgeber oder Praktikastellen die FFA als Zusatzqualifikation und als Beleg für persönliches Engagement über ein Schmalspurstudium hinaus. Bei ansonsten gleicher Qualifikation kann dies durchaus den Ausschlag geben. Hinzu kommt eine „Praktikumsbörse“ von Unternehmen und Kanzleien, die sich speziell an FFA - Absolventen wendet.
Für den Studienanfänger besteht zudem der Vorteil, dass die Ausbildung im ersten Jahr in kleineren Gruppen erfolgt. Dadurch lernt man schnell Kommilitonen kennen und kommt sich gerade am Anfang unter ca. 400 anderen Studenten nicht so alleine vor.
Letztendlich besteht die Möglichkeit, später noch einen internationalen Titel wie den LLM oder die Maîtrise im Ausland zu erwerben. Die in Trier erbrachten Leistungen werden dabei teilweise angerechnet. Diese Kooperation mit den Partner-Unis läuft zum Teil schon und soll in den nächsten Jahren noch ausgebaut werden.

 

4. Fazit

Wie ihr seht, hat die FFA sowohl zahlreiche Nach- wie auch Vorteile. Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob die FFA ihm die Mehrarbeit wert ist. Für Leute, die keine Probleme haben, etwas mehr zu tun, kann die FFA sicherlich nicht schaden.
Wir hoffen, dass wir es mit diesem Artikel geschafft haben, möglichst objektiv beide Seiten darzustellen und Euch eine gute Basis für eine Abwägung zur Verfügung zu präsentieren.
Natürlich sind wir gerne bereit, weitere Fragen zu beantworten. Ihr wisst ja: Montags bis Donnerstags zwischen 13 und 14 Uhr sind wir in C 09 für Euch da.